Literaturherbst 2012

Die Veranstaltungen fanden zwischen dem 18.9. und dem 23.11.2012 statt.

Alle Informationen finden Sie unter: www.literaturherbst-krumbach.de

Literaturherbst 2012

Michael Kaeuffer und Stefan Barcsay, Der Kleine Hobbit

Lesung mit Musik
20.10. um 20 Uhr, Evangelischen Apostelkirche

plakat-hobbit-2-webmini


Rätsel im Dunkeln der Apostelkirche

Die evangelische Apostelkirche gleicht einer dunklen Höhle. Dort erwacht der von den Goblins überfallene Bilbo nach tiefer Bewusstlosigkeit. Die Besucher, die im Rahmen des Literaturherbstes bei diesem Abenteuer des „kleinen Hobbit“, einem Klassiker der Fantasieliteratur von J. R. R. Tolkien, dabei sind, hören sehr aufmerksam zu. Denn Sprecher Michael Kaeuffer und Gitarrist Stefan Barcsay entführen sie mit fesselnder Erzählung und Klangeffekten hinein in die im Halbdunkel knisternde Spannung.
Wer bisher noch nicht wusste, was ein Hobbit ist, wurde von Michael Kaeuffer kurz aufgeklärt: „Diese ursprünglich dem Roman „Herr der Ringe“ entstammenden menschenähnlichen Wesen sind kleiner als Zwerge und haben wollig behaarte Füße mit weichen Sohlen. Sie tragen gern bunte Kleidung, essen oft und viel und halten rein gar nichts von Abenteuern.“ Allein diese Beschreibung machte den armen kleinen Hobbit, der sich mutig aufraffte, ganz sympathisch. Im Kapitel „Rätsel im Dunkeln“ machte er sich auf die Suche nach einem Höhlenausgang. Ganz zufällig ertastete er einen Ring und steckte ihn ein. Mit seinem Schwert voran erreichte Bilbo einen Untergrundsee, in dem die Kreatur Gollum nach etwas Fressbarem lauerte.
Mit treffend imitierten Schluckgeräuschen brachte Erzähler Michael Kaeuffer den Zuhörern das feucht-klitschige Ungetüm fast zum Greifen nahe. Die von Stefan Barcsay als Meister auf seiner Gitarre erzeugte Lautmalerei verdeutlichte die furchterregende Situation und steuerte zum anstehenden Rätselspiel knisternde Spannung bei: Falls Gollum gewinnt, darf er den Hobbit essen. Wenn er allerdings verliert, muss er ihm den Weg in die Freiheit zeigen. Auch für die Kirchenbesucher waren die einzelnen Rätsel nicht gerade einfach. Sie atmeten auf, als Bilbo letztendlich doch noch als Sieger hervorging. Gleichzeitig konnten sie erahnen, dass der hinterlistige Gollum etwas Schreckliches plante: Mit seinem versteckten Zauberring wollte er sich unsichtbar machen und den kleinen Hobbit fressen. Doch glücklicherweise steckt der Ring in der Tasche von Bilbo, der die Zauberkraft gerade im richtigen Moment erkannte und sich in Si-cherheit bringen konnte. Mit meisterhafter Stimmakrobatik machte Michael Kaeuffer die von Schmatzen und Fluchen begleitete Verfolgungsjagd des Tümpel-Ungeheuers erlebbar.
Es war atemberaubend spannend. Akustisch waren die Zuhörer auch mit dabei, als Bilbo mit all seinem Mut über die bedrohliche Kreatur hinwegsprang. Aber auch die Momente, in denen sich der kleine Hobbit an den Wachen der Goblins vorbei durch das Tor zur Freiheit zwängte und seine Jackenknöpfe durch die Luft flogen, waren atemberaubend spannend. Der anhaltende Applaus der Besucher galt nicht nur dem guten Ende der Erzählung, sondern vor allem den beiden Akteuren, die sich gegenseitig übertroffen hatten.

Claudia Bader in den Mittelschwäbischen Nachrichten vom 25.10.2012

Literaturherbst 2012

Lydia Daher, Insgesamt so, diese Welt

Am Freitag, den 23.11.2012 im Valentino

Lydia Daher liest Gedichte aus ihrem aktuellen Buch:
Insgesamt so, diese Welt (Voland&Quist)


Bilder von der Veranstaltung:

 

  • Literaturherbst 2012
  • Literaturherbst 2012
  • Literaturherbst 2012
  • Literaturherbst 2012
  • Literaturherbst 2012
  • Literaturherbst 2012
  • Literaturherbst 2012
  • Literaturherbst 2012
  • Literaturherbst 2012
  • Literaturherbst 2012
  • lydia-daher-30cover-rgb

 

Literaturherbst 2012

Wolfgang Schorlau, Die letzte Flucht

Krimilesung
7.11. um 20 Uhr im Schloss / Fachakademie


 

  • Literaturherbst-Krumbach 2012
  • Literaturherbst-Krumbach 2012
  • Literaturherbst-Krumbach 2012
  • Literaturherbst-Krumbach 2012
  • Literaturherbst-Krumbach 2012
  • Literaturherbst-Krumbach 2012

Zwei Kernszenen und feiner Humor

Wolfgang Schorlau kam im Rahmen des Literarischen Herbstes nach Krumbach und „las“ in der Fachakademie. Das rund anderthalbstündige Programm des Autors, der mit der Figur des Detektivs Dengler in der deutschen Krimiwelt ganz eigene Wege geht, erwies sich als kurzweiliger und äußerst spannender Vortrag, bei dem Schorlau aus dem Nähkästchen plauderte. Anstatt seitenweise aus seinem Werk vorzulesen – der Autor beschränkte sich auf die Lesung von zwei Kernszenen – stellte Schorlau mit feinem Humor seine Protagonisten vor, verankerte sie in der realen Welt und baute emotionale Bezüge auf.
Er ließ die Besucher in der Fachakademie auch ein wenig hinter die Kulissen schauen. Erzählte von der großen Skepsis, die seiner Idee vom Privatermittler durch Kollegen entgegengebracht worden war. Schließlich, so Schorlau, seien alle deutschen Serienaufklärer pensionsberechtigte Beamte und der einzige ZDF-Detektiv erhalte nur durch seinen beigestellten Rechtsanwalt Seriosität. Er, Schorlau, habe dennoch an seiner Idee festgehalten, sicherheitshalber aber seiner Hauptfigur eine neue Biografie verpasst, ihn zum ehemaligen BKA-Mann gemacht. Doch die fiktive Ebene ist nur eine im vielschichtigen Werk des Stuttgarter Schriftstellers. Schorlau transportiert mit seinen Figuren, dem Privatermittler Dengler und einer Handvoll weiterer Personen, hochaktuelle gesellschaftskritische Themen. Dabei bleibt er nicht bei oberflächlicher Kritik an Phänomenen, sondern vertieft sich teils über mehrere Jahre in eine intensive Recherche. Die Machenschaften des Gesundheitssystems Denglers jüngster Fall, „Die letzte Flucht“ widmet sich den Machenschaften des Gesundheitssystems, in dem es um exorbitante Geldsummen geht. Er habe zwar einen Anfangsverdacht gehabt, doch habe er sich das Ausmaß nicht vorstellen können. In der Gesundheitsbranche gebe es zwei Seiten: Auf der einen fehlt ständig das Geld, etwa bei den Pflegekräften. Auf der anderen Seite werde im Geld geschwommen. Arzneimittelhersteller und -vertrieb erzielten Umsatzrenditen von bis zu 40 Prozent. Im Vergleich dazu: Rekordergebnis bei Daimler waren acht Prozent.
In Krumbach erzählte Wolfgang Schorlau von den Interviews, die er mit hochrangigen Pharmabossen führte, und die ihre Aufgabe darin sehen, den Geldstrom von den Kassen durch das Nadelöhr „Verordner“ (Ärzte) ins eigene Unternehmen zu leiten. Er berichtete von manipulierter Software, die in Arztpraxen beim Ausstellen von Rezepten bestimmte Firmen in den Vordergrund drängen. Von scheinbaren wissenschaftlichen Datenerhebungen, hinter denen sich knallharte Bestechung verbirgt. Von unterwanderten Selbsthilfegruppen und gefakten Medienauftritten. Die Realität, so scheint es, ist der härteste Krimi – aber sie macht keinen Spaß. Wolfgang Schorlau verpackt sie deshalb in seinen Werken in packenden Lesestoff, nicht in niederschmetternde Dokumentationen und erreicht so ein breites Publikum, das in Krumbach großzügig Gelegenheit erhielt, mit dem Autor zu diskutieren.
Eine Ärztin bestätigte Schorlaus Szenario einer ziemlich kriminalisierten und ethisch verwerflichen Branche. Eine andere Dame aus dem Publikum untermauerte die Aussagen und Analysen des Autors durch eigene Erfahrungen als Krebspatientin. Es ist Schorlaus große Leistung, sauber recherchierte Fakten in einen fiktiven Rahmen zu setzen und als unterhaltsamen Krimi zu publizieren. Dabei, versichert er, bleibt die Fiktion, die literarische Seite, immer die bestimmende, und meistert spielend den Spagat zwischen fachkundigem Background und Realitätsbezug einerseits und dem, was Gegner fiktionaler Literatur als Realitätsflucht schelten.

Gertrud Adlassnig in den Mttelschwäbischen Nachrichten vom 13.11.2012

Literaturherbst 2012

Theresia Volk, Unternehmen Wahnsinn

4.10. um 19:30 Uhr in der Raiffeisenbank Krumbach

Theresia Volk liest aus ihrem Buch: Unternehmen Wahnsinn (Droemer)


  • Literaturherbst-Krumbach 2012
  • Literaturherbst-Krumbach 2012
  • Literaturherbst-Krumbach 2012
  • Literaturherbst-Krumbach 2012
  • Literaturherbst-Krumbach 2012

Spaß-, Pflicht-  und  Kriegsterminologie

Symptome, Diagnosen, Therapien sind Begriffe, die an Krankheiten sowie deren Erkennung und Behandlung hindeuten. In der modernen Arbeitswelt können sie auch einen Ausweg aus verrückt machenden Situationen weisen. In ihrem Buch „Unternehmen Wahnsinn“ beschreibt Management- und Organisationsberaterin Theresia Volk Symptome des Wahnsinns und diagnostiziert den modernen Trend der Komplexität.
Aber sie zeigt auch Perspektiven auf: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstands zu bedienen!“ Im Rahmen des Krumbacher Literaturherbstes hatte der Kulturverein KULT mit Theresia Volk erstmals die Autorin eines Wirtschaftsbuches zu Gast. Die Raiffeisenbank Krumbach bot den Raum für einen spannenden Abend, bei dem die Besucher nicht nur zuhören, sondern eigene Gedanken und Fragen einbringen konnten. „Sein lassen ist kein Ausdruck von Resignation, sondern von der Fähigkeit, es einmal gut sein zu lassen.“
„Es gibt keine klare Diagnose, warum die heutige Arbeitswelt so unüberblickbar ist“, erklärte Theresia Volk, die sich aufgrund ihrer langjährigen Beratungspraxis bestens auskennt. Die vielfältigsten Probleme liegen nicht im Einzelnen, sondern im System selbst sowie in der mangelnden Sinnstiftung und in der Komplexität von Betriebsabläufen, hat sie erkannt.
In Zeiten der „Schwarmintelligenz“ sollte sich jeder Arbeitnehmer seiner ureigensten Kraft des Denkens besinnen, rät die Wirtschaftsberaterin und rät zu Gelassenheit: „Sein lassen ist kein Ausdruck von Resignation, sondern von der Fähigkeit, es einmal gut sein zu lassen.“

Claudia Bader in den Mittelschwäbischen Nachrichten vom 10.10.2012

Go To Top